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Bienchen1981

(Newbie)

Hallo,
wir planen zur Zeit den Bau eines Grundofens. Nach stundenlanger Suche in Foren, Nachfragen bei Heizungs- und Ofenbauern bin ich immer noch nicht wirklich schlauer geworden und versuche jetzt hier mein Glück.

Der Ofen soll in einem Raum (Wohn-Essbereich) mit ca. 35m2 stehen.
Unser Haus wird prinzipiell komplett mit Fußbodenheizung beheizt (Gas-Heizung).

Jetzt hat uns der Ofenbauer empfohlen, folgende Absorber einzubauen:
- aus 2 Teilen mit ca. 1,08 m2 Heizfläche und einer Leistung von ca. 750 W/h.

Lohnt sich so etwas?
Der Heizungsbauer sagt, es geht nicht ohne Pufferspeicher. Der Ofenbauer sagt, wir brauchen lediglich einen Wärmefühler und eine Umwälzpumpe. verwirt

Kann mir jemand einen Tipp geben?
Uns fällt es echt schwer, eine Entscheidung zu treffen.

Vielen Dankl
16.06.14, 16:34:37

Robert

(Senior Member)

Hallo Bienchen
Zitat von Bienchen1981:

Nach stundenlanger Suche in Foren, Nachfragen bei Heizungs- und Ofenbauern bin ich immer noch nicht wirklich schlauer geworden und versuche jetzt hier mein Glück.

Was hier gesagt / geraten wird, kann einen tüchtigen Ofenbauer nicht ersetzen.

Zitat von Bienchen1981:

Der Ofen soll in einem Raum (Wohn-Essbereich) mit ca. 35m2 stehen.
Unser Haus wird prinzipiell komplett mit Fußbodenheizung beheizt (Gas-Heizung).

Damit es gesagt sei: Ein Grundofen ist nicht zum gelegentlichen Heizen. Seine Stärke liegt im Halten einer konstanten Raumtemperatur mit relativ wenig Aufwand der aber grösser ist als der einer Gasheizung. Am Aufstellort würde ich vorsehen, dass die Fussbodenheizung im Aufstellungsraum des Grundofens abgestellt wird, wenn letzterer betrieben wird. Der Grundofen bringt genug Wärme.

Zitat von Bienchen1981:

Jetzt hat uns der Ofenbauer empfohlen, folgende Absorber einzubauen:
- aus 2 Teilen mit ca. 1,08 m2 Heizfläche und einer Leistung von ca. 750 W/h.
Lohnt sich so etwas?

Ob sich das lohnt, kommt auf die Situation an: Wenn die Russen den Gashahn zudrehen, ist die Antwort einfach.

Zitat von Bienchen1981:

Der Heizungsbauer sagt, es geht nicht ohne Pufferspeicher. Der Ofenbauer sagt, wir brauchen lediglich einen Wärmefühler und eine Umwälzpumpe. verwirt

Der Heizungsbauer wird die Verantwortung für die Steuerung des Wärmeentzuges aus dem GO und den Betrieb der Gasheizung übernehmen. Der Ofenbauer wird davon rein gar nichts verstehen. Also müssen Sie auf den Heizungsbauer hören. Selber meine ich allerdings, dass es mit einer angepassten Steuerung keinen Puffer braucht: Der Ofen macht den Puffer! Der GO ist der primäre Wärmeproduzent und die Gasheizung ist komplementär. Besonders zu beachten wird die Situation sein, wo der Ofen Wärme produziert und der Heizkreislauf keine abnimmt: die Strategie eine Überhitzung zu vermeiden, ist festzulegen.
Gruss Robert
16.06.14, 17:37:33

pyromanenoli

(Senior Member)

Hallo Bienchen,

ergänzend zu Robert möchte ich noch etwas zur Wirtschaftlichkeit sagen. Im Prinzip lohnt sich sowas wie Absorber nur, wenn:
1) das System regelmäßig, d.h. häufig genützt wird und
2) wenn mit den 750 W auch wirklich eine vernünftige Fläche beheizt werden kann, also eine Frage der Heizlast. Wenn Du einen Altbau hast, dann brauchst Du mit 750 W erst gar nicht anfangen.

Gruß
Oli
16.06.14, 23:11:26

chiemseer75

(Member)

Hallo Bienchen also 750W/h entspricht nicht einmal der Normheizleistung eines einzigen Heizkörpers wie man sie unter dem Fenster hat l=1000mm/b=600mm/Tiefe ca 100mm.
Also bringt der Absorber meiner Meinung nach nur etwas wenn eure Heizlast sehr gering ist.
Wir lassen uns von der Firma Kern auch gerade einen Grundofen bauen mit 10,5 KW Heizleitung wobei ca.4,5 KW über einen Absorber ins Heizungswasser abgeführt werden.
Allerdings haben wir auch einen Altbau und ca.180m² zu heizen.

schöne Grüße aus dem Chiemgau

Martin
18.06.14, 15:48:10

pyromanenoli

(Senior Member)

Hallo Bienchen,

um etwas konkreter zu werden hier mal kurz eine Berechnung über das Einsparpotential durch den Absorber.

a) Annahme von 6 Monaten Heizdauer über 24 Std. täglich
Also: 182 Tage x 24 h x 750 W = 3276 kWh
Dies kommen bei einem Wirkungsgrad von 90% von 3640 kwh Brennstoffumsatz

b) 3640 kWh Buchenholz:
Raummeter Buche ca. 90 Euro
Gewicht ca. 550 kg
Brennwert 4,2 kWh pro kg

Also 3640 kWh / 4,2 kWh/kg = 867 kg Buchenholz
867 kg / 550 kg = 1,58 Raummeter
Kosten 1,59 x 90 Euro = 142 Euro

c) 3640 kWh Heizöl:
Liter Heizöl kostet 0,9 Euro
Brennwert 10,7 kWh/l

Also 3640 kWh / 10,7 kWh/l = 340,2 Liter Heizöl
340,2 Liter x 0,9 Euro = 306 Euro

d) Einsparpotenzial
306 € - 142 € = 164 € pro Jahr (maximal!)

Du siehst, dass das die Kosen für die Installation eines Absorbers samt Technik für die Zentralheizung nicht gerechtfertigt.

Gruß
Oli
18.06.14, 21:57:33

Stove

(Senior Member)

Hallo zusammen,

ein alter Thread, den ich da ausgrabe, ich weiß.
Dennoch ein aktuelles Thema für angehende Grundofenbesitzer, die nicht nur auf den Luxus, sondern auch ein Stück weit auf die Frage nach der Wirtschaftlichkeit eines Grundofens schauen.

Mit dem Thema habe ich mich jetzt eine Zeit beschäftigt und musste feststellen, dass sich bei mir eine Amortisation eines Grundofens für ca. 12-13 TEUR über die Brennstoffkosten in diesem Leben kaum einstellen wird.

Bei einem aktuellen Preis für Brennholz (ca. 70 EUR/SRM) und einem Ölpreis, der sich (nach Überwindung des aktuellen lokalen Minimums) sich schnell wieder bei 0,80 EUR/Liter einfinden wird (mit ca. 5% Preissteigerung pro Jahr), hätten sich bei mir die Anschaffungskosten erst nach ca. 20 Jahren amortisiert, wenn Brennholz eine Preissteigerung von 0% hätte. Da brauche ich nicht weiterzurechnen.
Könnte man sein Holz selbst machen und ggf. sogar für den halben Preis drankommen (ca. 35 EUR/SRM), läge die Amortisationszeit bei ca. 14 Jahren (bei 0% Preissteigerung).


Man kann dies sicher nicht verallgemeinern.
In meinem Fall wäre der Grundofen als Unterstützung zur Ölheizung ohne Absorber in Betrieb und wäre groß genug angelegt, um eine Fläche von ca. 60qm zu heizen.
Legt man ca 50% der Gesamtheizlast für den Grundofen an, kann ich im besten Fall die Hälfte meiner Ölkosten durch Holz ersetzen.

Ich vermute, dass die Amortisation sich erheblich schneller einstellt, je mehr Heizlast auf den Grundofen entfällt, da dadurch die Ölkosten weiter gesenkt werden.
Für einen leistungsfähigeren Ofen liegen jedoch sicher auch die Anschaffungskosten höher.

Den jeweiligen Fall muss man sich dann aufgrund seiner persönlichen Parameter selbst ausrechnen.

Bei mir wird die Wirtschaftlichkeit jedenfalls keine Aspekt mehr sein, mit dem ich mir die Entscheidung für einen Grundofen "verargumentieren" kann.
Gut, auch das ist eine Erkenntnis.
Bleibt die Entscheidung: Luxus, ja oder nein?
;-)

Viele Grüße
Stove

17.02.15, 08:25:42

Robert

(Senior Member)

Hallo Stove
Bezüglich der Wirtschaftlichkeit haben Sie recht!
Wenn Sie Auto fahren und selber eines besitzen, müssen Sie auch da konsequenterweise die Wirtschaftlichkeit überprüfen:
alle Aufwendungen zusammengezählt, die eingesetzten Zeiten richtig bewertet, werden Sie auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 bis 20 km/Stunde kommen. Das erreichen Sie mit dem Fahrrad locker und sparen erst noch den Aufwand für das Fitness.
Erbsen zählen ist der Stillstand unserer Wirtschaft ... aber vielleicht unsere Rettung.
Gruss Robert
17.02.15, 09:21:15

niroki

(Advanced Member)

geändert von: niroki - 23.02.15, 16:50:32

Hallo Stove,

wenn Sie alles im Leben unter die "Wirtschaftlichkeit" stellen, dann können Sie vieles sein lassen. Eigenes Auto, lohnt sich nie; Kaffemaschine lohnt sich nie; da wir gerade Fasching haben und Ironie erlaubt sein soll: Eine Frau heiraten lohnt sich üblicherweise wirtschaftlich gesehen auch nie lachen

Nun aber konkret: Ich habe ein Haus mit ca 160 qm Wohnfläche, Baujahr 1998. Wir haben einen Gas-Brennwertkessel, der heizt und macht warmes Wasser. Bisher hatten wir immer Gaskosten von ca. 750 € im Jahr, also die Kosten für heizen und warmes Wasser. Meine Frau und ich wollten schon immer einen Holzofen und das schon seit 20 Jahren, denn so lange sind wir schon verheiratet, obwohl sich das ja wirtschaftlich nicht lohnt zwinkern

Nun haben wir uns im Jahr 2013 mit dem Thema Holzofen intensiv auseinandergesetzt und dabei klar festgestellt, wirtschaftlich lohnt sich das nie. Denn wir brauchten nicht nur einen Ofen sondern auch einen Edelstahlkamin. Gesamt-Kosten von ca 16:000 €. Teile nun die 16.000 durch die 750 € Gaskosten, dann kommt man auf 21 Jahre. Ich kann also 21 Jahre lang mit Gas heizen und Warmwasser machen, bevor überhaupt die Investitionskosten vom Ofen erreicht sind, dann habe ich aber immer noch kein Holz für meinen Ofen!!!!!!!!!!!

Aber wir wollten "Feuer schauen".

Nach intensiver Recherche war mir klar, ich will entweder einen Ofen der Wärme durch Strahlung abgibt und somit einen Grundofen oder lieber gar keinen Ofen und weiterhin die Gasheizung. Denn bei Freunden und Bekannten konnte ich beobachten, egal ob es ein Bollerofen (auch genannt Schwedenofen, Heizkamin, Kaminofen und was weiß ich noch alles, es kommt immer nur auf das eine entscheidene an: Entweder habe ich einen Metallkasten, der frei im Raum steht oder auch mit Schamotte oder Ziegel verkleidet ist, es erhitzt sich Grundsätzlich die Luft, die zwischen einem Luftspalt am sehr heißen Metallkasten (soweit mir bekannt 400 Grad und mehr) vorbeizieht. Dabei verbrennen alle von der Luft mitgeführten Bestandteile wie Haare, Hautpartikel, Staub, Abrieb vom Fußboden usw an der heißen Wand und der verbrannte "Rauch" atmet man dann ein. Das bezeichne ich alles als Heißluftföhn. Ob ich diesen "Heißluftföhn" nun mit Holz heize, Gas Öl oder Strom ist egal, es ist immer ein Heißluftföhn. Somit wird immer nur die Raumluft erhitzt, mit den allen bekannten Nachteilen. So wird es schnell um den Kopf zu heiß, aber es ist an den Füßen immer noch kalt (roter Kopf - kalte Füße). Bei Freunden nachgemessen, im Bereich der Zimmerdecke sind es über 30 Grad, am Boden gerade mal 17 Grad. Normalerweise sind alle diese Öfen mit Metallwand dafür ausgelegt, maximal 2 bis 4 kg Holz auf einmal zu verbrennen und das in einem Heizintervall von 2 bis 3 Stunden. Oft wird dann einfach Stundenlang ein kleines Feuer gehalten, indem immer dann wenn nur noch Glut vorhanden ist 1 bis 2 kg Holz aufgelegt wird. Dieses kleine Feuer bewirkt einen extrem schlechten Wirkungsgrad und die Nachbarn "freuen" sich über den Gestank, der aus dem Kamin kommt, weil es ja keine optimale Verbrennung gibt.

Ganz anders ein Grundofen, es gibt keinen Metallkasten. Es wird mit Schamotte vom Grund auf die Feuerstelle und die Rauchzüge gebaut. Wenn ich nun Feuer mache, dann nehme ich soviel Holz auf einmal, dass es für 8 bis 10 Stunden reicht. Das sind bei mir 12 kg Holz (Außentemperatur 0 Grad und kälter). Während dem Abbrand von ca 1 Stunde erhitzt sich die Schamotte des Ofens und speichert die Wärme. Die gespeicherte Wärme wird dann über viele Stunden als Strahlungswärme abgegeben, obwohl das Feuer selbst ja schon nach einer Stunde wieder aus war! Diese Strahlung wärmt dann meinen Körper und ich fühle mich wohl. Ich habe es gemessen, an der Zimmer-Decke sind bei mir nur 2 Grad mehr als im Bodenbereich.

Ich habe mir einen Grundofen mit Hinterlüftung bauen lassen, damit ich auch den angrenzenden Flur und die oberen Stockwerke etwas mitheizen kann. Das funktioniert so gut, dass ich die Heizung an meinem Gaskessel abschalten kann. Nur wenn Besuch da ist (Gästezimmer im Keller), dann muss ich die Heizung noch einschalten traurig

Ich kann Ihnen jetzt nach fast 2 Jahren Heizperiode sagen, ja, diese Invetition hat sich gelohnt. Ich fühle mich im Winter viel wohler in meinem Haus, früher war es mir entweder zu kalt, oder es war warm genug aber die Luft im Zimmer wahr einfach unangenehm. Das ist jetzt wirklich schwierig zu erklären, das muss mann erlebt haben. Jedenfalls soviel: Wer einmal in den Genuss kam eine längere Zeit mit einem funktionierenden Grundofen geheizt zu haben möchte nie mehr auf Dauer in einem Haus wohnen, wo auf irgend einer anderen Art geheizt wird!!!!

Also auf den Punkt gebracht: ein Grundofen ist immer die richtige Wahl zunge raus
"Nachrichtlich am 23.02.2015 von niroki für die ganz Genauen verwirt hinzugefügt: Das soll keine pauschale Aussage sein, die immer gilt. Dies ist eine Aussage von einem Grundofenbesitzer, der von seiner Entscheidung für einen Grundofen der Firma Kern mehr als zufrieden ist. Dass es auch Situationen geben kann wo ein Grundofen nicht die beste Wahl oder eventuell sogar gar keinen Sinn macht ist mir bekannt und wird von mir bei einem weiter unten geschriebenen Beitrag auch erläutert. verwirt Ende der nachrichtlichen Änderung!"

Das was Sie durch einen Grundofen an Lebensqualität gewinnen, können Sie nicht wirtschaftlich mit anderen Heizsystemen rechnen, denn meines Wissens hat kein anderes Heizsystem diese "Wohlfühlwärme" zu bieten. Eben genauso wie bei meiner Frau, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung verbietet sich schon von alleine, denn das was mir meine Frau in den letzten 20 Ehejahren gegeben hat ist mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen freuen

Gruß niroki
17.02.15, 12:32:20

Nikolo

(Senior Member)

Hallo Niroki!

Ich kann Ihren Ausführungen zu 100% zustimmen.

Man kann die gesunde, angenehme Strahlungswärme tatsächlich mit keiner anderen Wärmequelle vergleichen. Wir haben auch einen Kachelofen, der von der Diele ins Wohn- u. Eßzimmer gebaut ist. Bei einer Außentemperatur von ca 0 Grad heizen wir im 24 Sunden-Intervall ca 13 kg Buchenholz. Da springt die Zentralheizung (ebenso wie bei Ihnen mit einem Brennwertgerät befeuert) morgens für 2 Stunden an. Zirka 1 Stunde nach dem Abbrand im KO schaltet sich diese schon wieder ab. Jedoch bereiten wir das Brauchwassr mit einer Wärmepumpe auf. freuen
Vielen jungen Leuten ist jedoch das Heranschaffen von Brennholz und das Beschicken des Ofens leider Gottes zu viel Arbeit und verzichten aus diesem Grunde auf die Vorzüge der gesunden Strahlungswärme. Arme Gesellschaft? verwirt

Gruß, Nikolo

Lebensmotto: "Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füge keinem anderen zu!"
17.02.15, 15:31:01

Stove

(Senior Member)

Hallo Niroki,

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für Ihren ausführlichen Beitrag genommen haben. Ich habe ihn aufmerksam gelesen und dabei festgestellt, dass sich unsere Ausgangssituation und unsere Überlegungen in vielen Punkten gleichen.
Auch Sie haben kalkuliert, ob sich ein GO auch wirtschaftlich gesehen lohnen kann. Dabei sind Sie zum selben Ergebnis gekommen wie ich. Was also blieb, war die Entscheidung: “Luxus, ja oder nein?“, und dafür beantwortet man sich selbst die Fragen, ob man es sich leisten KANN und ob man es sich leisten WILL.
Bei dieser Art von Entscheidungen steht auf der Negativ-Seite meistens “nur noch“ der Anschaffungspreis, auf der Positiv-Seite aber mehr oder weniger viele Aspekte, die den schönen Nutzen und die Vorteile beschreiben.
Die Komplexität der Entscheidungsfindung ist dann überschaubar. ;-)
Das WOLLEN siegt über das BRAUCHEN und bei entsprechendem Geldbeutel geht man es halt an. (Wie das bei Luxus-Gegenständen eben so ist.)
So werden wir es dann auch handhaben, denke ich.
Grundofen ist super. :-)

Zwei Dinge möchte ich aber noch kommentieren: ;-)
1. Heiraten lohnt sich wirtschaftlich durchaus, es soll sogar Leute geben, die dies ausschließlich deswegen getan haben. (Wie es dabei um die Nachhaltigkeit bestellt ist, möchte ich mal nicht bewerten. ;-) )
2. @Nikolo: “junge“ Leute, die zu faul sind zum Holz beschaffen und deshalb keinen Ofen haben, sind sicher seltener zu finden, als “alte“ Leute, die einen Ofen haben und körperlich nicht mehr dazu in der Lage sind, Holz selbst zu machen. Das sollte man auch bedenken, wenn man in jungen Jahren einen Ofen kauft und sein Heizkonzept zu stark darauf aufbaut. Genau da lauern im Alter zusätzliche Kosten (Brennstoffbeschaffung und Reinigung als Dienstleistung). Das gilt auch für Pellet-Heizungen.

Alles kein Grund, heute auf einen Ofen zu verzichten. Aber auch irgendwie nicht ganz egal....

Viele Grüße und einen schönen Abend vor euren Öfen. (Ich wünschte, ich hätte auch schon einen...)
Stove
18.02.15, 20:58:18

pyromanenoli

(Senior Member)

Hallo Stove,

von der ökonomischen Seite haben Sie es auf den Punkt gebracht und ein GO ist bestimmt eine super Sache!

Aber ich muss nikori ganz heftig widersprechen. Ein GO ist ganz sicher nicht "immer die richtige Wahl". Das zu behaupten ist doch völliger Quatsch.
Nur ein Beispiel: wenn es im Spätsommer Abends kühl wird und man mal eben die Bude wärmen will, dann ist ein GO ganz sicher nicht die richtige Wahl. Erstens ist er zu träge und er kann nicht mal eben aufgeheizt werden und zweitens bräuchte man für einen Abbrand im GO deutlich mehr Holz als z.B. in einem Kaminofen, wenn man nun auf die Idee kommen sollte, das Wohnzimmer mittels direkter Strahlunswärme durch die Scheibe zu heizen (ob ein GO mit großer Sichtscheibe überhaupt noch ein klassisch ursprünglicher GO ist sei mal dahin gestellt). Für DIESEN Zweck ist ein GO mit Abstand die schlechteste Wahl.
Steht man z.B. auf das Flammenspiel kann man auch nicht beliebig ein Abbrand nach dem anderen fahren. Will man also eher "Zündeln", dann ist der GO auch hier eine schlechte Wahl.
Will man ernsthaft und komfortabel mit Holz das Jahr durch heizen, dann sollte man sich gut überlegen, ob man sich wirkich gegen einen GO entscheiden sollte.


Mit pauschalen und allgemeingültigen Aussagen liegt man fast immer falsch und sollte damit etwas vorsichtiger sein! Es ist ja schön, wenn man seinen Ofen für das nonplusultra hält, das heißt aber nicht, dass das fü jeden gelten muss! Es ist also unabdingbar sich über seine Wünsche und Vorstellungen vollkommen klar zu werden, nur dann bekommt man vielleicht den Ofen, den man sich schon immer gewünscht hat.

Gruß
Oli
18.02.15, 23:44:05

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 19.02.15, 09:28:35

Hallo oli
Sackstarker Beitrag! Nur möglich von einem Geschädigten der das Vorgefallene hinterfrägt.
Gruss Robert
19.02.15, 09:27:38

Stove

(Senior Member)

Hallo zusammen,

Mal 2 Fragen von einem Ofenlaien:
1.
Warum soll es nicht möglich sein, an einem Spätsommerabend das Wohnzimmer mit einem Abbrand durch die Wärme, die dabei durch die Scheibe strahlt zu wärmen?
2.
Kann man nicht durch eine Reduzierung der Holzmenge beim Abbrand (z.B 50%) die Wärmeabgabe eines GO so steuern, dass man auch den geringeren Wärmebedarf im Spätsommer/Frühherbst Decken kann?

Würde mal interessieren, warum das nicht gehen soll.

VG
Stove
19.02.15, 20:56:47

pyromanenoli

(Senior Member)

Hallo,

mal zwei Antworten von einem Ofenlaien:

zu 1)
Je nach Scheibengröße und Ausführung (Einfach- oder Mehrfachverglasung) variiert die darüber abgegebene Leistung z.T. ganz erheblich. Nehmen wir mal an 2kW. Jetzt brennt der Ofen vielleicht 90 min. Dann hättest Du "akut" 3kWh im Wohnzimmer, also die Energie von 750g (!) Holz. Wenn Du damit Dein Wohnzimmer warm bekommst dann hast Du zwar Glück! Aber und jetzt kommt´s....

zu 2)
klar kann man mit 50% der maximalen Auflagemenge heizen. Bei einem GO, der aber für eine ganze Wohnung ausgelegt ist, z.B. 4 kW mit zwei Auflagen (4kW * 24h = 96 kWh Heizenergie -> 120 kWh Holzenergie -> 30 kg Holz -> 15 kg Feuerung -> Mindestauflagemenge 7,5 kg) musst Du also 10mal so viel Holz verheizen, wie Du akut benötigst. Wirtschaftlichkeit ist etwas anderes!
Wenn Du nun aber akut 6 kWh benötigst (die Energie von 1,5 kg Holz), was aber immer noch nicht viel ist, dann musst Du schon 15 kg durch den GO jagen.

Weist Du was passiert, wenn Du im Laufe eines Abends (4 Stunden) 15 kg Holz durch einen Kaminofen schickst? Das entspräche einer Feuerungsleistung von 15kW also einer Heizleistung von ca. 11 kW 4 Stunden lang. Beim GO hättest Du 2 kW 3 Stunden lang.

Wenn Du noch mal nachliest, wirst Du feststellen, dass ich nicht gesagt habe, dass man im Spätsommer das Wohnzimmer mit einem GO nicht warm bekommt, sondern ich sagte, dass für DIESEN Zweck der GO nicht die richtige Wahl ist? Ich hoffe, jetzt ist klar geworden, warum das so ist!

Gruß
Oli
19.02.15, 22:21:56

Stove

(Senior Member)

geändert von: Stove - 20.02.15, 07:55:19

Ich habe jetzt verstanden:

1. Man würde auch in der beschriebenen Situation “Spätsommerabend“ (also geringer Wärmebedarf) das Wohnzimmer grundsätzlich heizen können, durch die Strahlung, welche durch die Scheibe kommt.
Bei mir ist angekommen, dass der GO auch in diesem Szenario funktionieren kann.
Wie sieht das bei dem Ofentüren aus, die von Herrn Kern angeboten und verbaut werden?

2.Zu diesem Thema habe ich folgenden Artikel von Herrn Kern gefunden:
http://www.kachelofen-profis.de/kachelofen-forum/topic.php?id=1381& Ist das dort geschriebene in dem hier diskutierten Fall nicht anwendbar?
Wenn der Ofen richtig geplant und dimensioniert ist, hätte ich jetzt vermutet, dass man die maximale Leistung abrufen kann aber nicht muss.

Was meinen die Anderen dazu?

VG
Stove
20.02.15, 07:24:37

pyromanenoli

(Senior Member)

geändert von: pyromanenoli - 20.02.15, 09:30:27

Hallo Stove,

Zitat:
Wenn der Ofen richtig geplant und dimensioniert ist, hätte ich jetzt vermutet, dass man die maximale Leistung abrufen kann aber nicht muss.


Das ist doch logisch und genau das habe ich doch mit dem Beispielofen durchgerechnet. Ich habe eine Ofen mit einer 15 kg Feuerung:
2 Abbrände mit maximaler Menge, also 15 kg -> 4 kW
4 Abbrände mit maximaler Menge, also 15 kg -> 8 kW
4 Abbrände mit Mindestmenge, also 7,5 kg -> 4 kW
2 Abbrände mit Mindestmenge, also 7,5 kg -> 2 kW
1 Abbrand mit Mindestmenge, also 7,5 kg -> 1 kW
Und natürlich kann man den Ofen auch 3 mal pro Tag befeuern und auch 10 kg Holz rein stecken. So kann man zwischen 1 kW und 8 kW jede Leistung abrufen. Man ist von der Leistung her sehr flexibel!

Das alles nützt Dir aber nichts, weil der prozentuale Anteil an schneller "Scheibenstrahlung" (und nur die macht Dir die Bude mal eben warm) von der gesamten Holzenergie, die pro Abbrand eingebracht werden MUSS viel zu gering ist. Wenn Du den GO hauptsächlich für so etwas nutzen willst, dann brauchst Du Dir nun wirklich über die "nachkommastellengenaue" Holzpreisentwicklung der nächsten Jahre keine Gedanken machen.

Es ist so wie bei den Kraftwerken. Ein GO kannst Du mit einem AKW vergleichen - GRUNDlastkraftwerk -> GRUNDofen (ich weiß schon, dass der Name nicht daher kommt, aber so kann man es sich merken). Keiner, der Ahnung von der Materie hat, würde, um die Spitzenlast, die z.B. beim Fussballendspiel der WM auftritt oder um 12 Uhr, wenn alle am Herd stehen mit dem hochfahren von AKWs bewerkstelligen wollen. Da dauert das Hoch- UND Runterfahren viel zu lange und ist daher extrem unwirtschaftlich und zeitlich unflexibel.
Deshalb gibt es Mittellast- und Spitzenlastkraftwerke (im übertragenen Sinn also Kombi- und Kaminöfen). Heizen tun die (meistens zumindest) alle - auch im Winter - , nur der Komfort und die Wirtschaftlichkeit unterscheiden sich je nach Einsatzzweck gewaltig!
Vielleicht hast Du es jetzt verstanden, besser kann ich es einfach nicht erklären...

Bezgl. der Scheiben musst Du Herr Kern fragen. Bin mir aber sicher, dass er da ganz verschiedene Typen hat.

Gruß
Oli
20.02.15, 09:07:21

Nikolo

(Senior Member)

geändert von: Nikolo - 20.02.15, 10:11:15

Hallo!

Als einer, der seit 27 Jahren einen Grundofen (Kachelofen) heizt, kann ich aus Erfahrung sagen, daß es mindestens eine ganze Heizsaison braucht, bis man das Befeuern einiger Maßen im Griff hat. Dazu ist aber auch das Beobachten des Wetters und die Kenntnis einer Wettervorhersage unabdingbar. Sonst kann es leicht vorkommen, daß es im Wohnzimmer zu "saunaähnlichen Temperaturen" kommt. freuen
Und wenn das Ganze einmal unter die Haut gegangen ist, dann funktioniert auch die Wahl der erforderlichen Holzmenge und der Abbrände ziemlich problemlos.
Einen GO zu betreiben ist mehr als nur "Feuergucken". freuen
Kurzum, Übung macht den Meister.

Gruß, Nikolo


Lebensmotto: "Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füge keinem anderen zu!"
20.02.15, 10:08:01

Stove

(Senior Member)

Zitat von Nikolo:

Einen GO zu betreiben ist mehr als nur "Feuergucken". freuen
Kurzum, Übung macht den Meister.
Dann bin ich da schon richtig, denke ich. Mit "Feuergucken" alleine würde ich auch nicht glücklich. Dafür kaufe ich mir eine Feuerschale für den Garten. Drinnen möchte ich ein angenehmes Wohnklima haben.
Wenn ich mit dem GO Effektivität und Flexibilität verbinden kann, habe ich alles was ich brauche.
Die Zeit für die Übung investiere ich gerne.

VG
Stove
20.02.15, 19:20:57

niroki

(Advanced Member)

geändert von: niroki - 23.02.15, 15:44:13

Hallo liebe Leute,

es kann nun etwas länger werden, zwinkern

denn ich möchte gerne als Grundofenbesitzer auf die oben erwähnten Argumente gegen den Grundofen eingehen. Klare Anmerkung dazu: Ich bin jetzt seit zwei Jahren ein Grundofenbesitzer und kann daher darüber berichten, wie mein Grundofen bei meinen Wohnverhältnissen funktioniert. Ich wiederhole nicht das, was ich in der Theorie im weltweiten Netz gefunden habe (ob sie stimmen oder auch nicht) sondern berichte nur aus dem tatsächlich mit meinem Grundofen erlebtem. Bis ich mir einen Grundofen bauen lassen habe, habe ich mich sehr viel informiert und mich auch über die technischen Dinge informiert und bin deshalb jetzt aber immer noch lange kein "Techniker", möchte aber behaupten, dass ich zumindest das wesentliche an einem Ofen auch in der Theorie verstanden habe.

Wie bei allem im Leben, sollte einem klar sein, wer schreibt was warum. Damit möchte ich nur sagen, wenn ein Kaminhersteller etwas über einen Vorteil von einem Kaminofen gegenüber einem Grundofen sagt, dann sollte ich vielleicht einen Grundofenhersteller genau das gleiche fragen und dann aber nicht erstaunt sein, dass die Antworten nicht gleich sind. Daher finde ich ein Forum wie dieses hier einfach genial. "Echte" Grundofenbesitzer berichten hier und echte Kaminofenbesitzer berichten hier. Dazu noch folgendes: Um die Argumente der Ofenbesitzer richtig zu bewerten, sollte man als interessierte Leser aber wissen, ob die Ofenbesitzer einen ordentlichen Ofen zu Hause haben oder einen "Pfusch am Bau". Damit will ich sagen: egal ob Grundofen, Kaminofen oder sonstiger Ofen, es muss immer ein nach dem Stand der Technik und auf die Wohnraumverhältnisse abgestimmter ordentlicher Ofen sein. Die Argumente der entäuschten "Pfusch-Ofenbesitzer" nützen einem zum Vergleich der Ofenarten gar nichts. Sie sollten nur dazu dienen, dass man sich im klaren sein sollte, dass die Auswahl des Ofenbauers oder Hersteller sehr wichtig ist.


Argument 1: ein Grundofen ist für die Übergangszeit nicht so gut geeignet, da zuviel Holz auf einmal verfeuert werden muss.
Meine Antwort darauf: Mein Grundofen ist bereits bei der Planung dem Wärmebedarf von meinem Haus angepasst worden. Dabei kam eine Heizleistung von 5 kw/h heraus. Was bedeutet das nun? Mein Wohnraum benötigt bei einer Außentemperatur von minus 15 Grad eine Wärmezufuhr von 5 Kilowatt pro Stunde. 1 kg Holz hat einen Wärmeleistung von 4 kw. Also muss ich bei diesen minus 15 Grad etwas mehr als 1 kg Holz pro Stunde verbrennen.(Genau sind es 1,25 kg Holz und sogar noch etwas mehr, da ein Ofen Grundsätzlich nicht alle Energie die im Holz steckt in den Wohnraum abgibt. Ein guter Ofen gibt 80 Prozent (das nennt man Wirkungsgrad) der Energie ab. Alle berechnungen erfolgen bei mir aus Vereinfachungsgründen unter der Annahme, dass alle Ofen einen Wirkungsgrad von 100 Prozent haben). Wenn ich nun 5 kw pro Stunde benötige, dann brauche ich an einem Tag 120kw (5kw/h mal 24 Stunden) und somit 30 kg (120 geteilt durch 4) Holz pro Tag. Mein Ofenbauer hat den Ofen nun so gebaut, dass ich maximal 3 mal am Tag (alle 8 Stunden) maximal 10 kg Holz verbrennen kann. Hätten wir mehr Platz im Wohnraum, dann hätte er den Ofen auch so bauen können, dass der Ofen maximal 2 mal am Tag mit maximal 15 kg Holz befeuert wird. Aber bei beiden Ausführungsarten bedeutet das, dass immer die hälfte der maximalen Holzmenge verbrannt werden sollten, damit der Wirkungsgrad erhalten bleibt. Das bedeutet bei mir nun: ich kann minimal 5 kg Holz (ein Abbrand pro Tag mit 5 kg) pro Tag verbrennen und bis zu maximal 30 kg (drei Abbrände pro tag mit jeweils 10 kg) Holz. dazwischen sind alle Werte möglich. so ist es egal, ob ich zwei Abbrände mit jeweils 5 kg Holz oder ein Abbrand mit 10 kg Holz mache, die Wohnung ist beidemal gleich warm! Denn die große Masse an den verbauten Schamottsteinen haben die Eigenart, Wärme beim Abbrand zu speichern und mehr oder weniger linear wieder abzugeben. Wenn wir nun die Holzmenge in kw umrechnen, so haben wir bei meinem Ofen folgendes: Ich kann innerhalb 24 Stunden variabel zwischen 5 kg Holz, das wären dann 20 kw und 30 kg Holz das wären dann 120 kw Energie erzeugen. Teilen wir die Werte durch die 24 Stunden, so haben wir einen Ofen zwischen 0,8 kw/h und 5 kw/h und das bei einem Abbrandintervall von 1 bis 3 Abbrände pro Tag.

nun ganz konkret. in der Übergangszeit benötigt man wenig Energie pro Stunde. also ich komme abends heim und in meiner Wohnung fröstelt es mich etwas. Nun heize ich mit 5 kg Holz. Recht schnell kommt die verbrannte Energie durch die Glasscheibe in den Wohnraum und heizt diesen bereits auf. Das erfolgt aber nur eine Stunde lang, denn so lange benötigt ein durchschnittlicher Abbrand. Das Feuer geht also nach einer Stunde aus und die Heizleistung über die Glasscheibe lässt stark nach. Dafür werden die Wände des Ofens langsam warm und geben die Strahlungswärme ab. Wieviel von den verbrannten 20 kw innerhalb der ersten Stunde über die Scheibe kommen und wieviel gespeichert wird, kann ein Techniker sicherlich ausrechnen. Aber ich weiß aus Erfahrung von meinem Ofen, es kommt recht schnell soviel Wärme von der Glasscheibe, dass es warm wird aber nicht zu warm. Diese abgegebene Wärme reicht locker dafür aus um die Zeit zu überbrücken, bis die kalte Ofenwand langssam wärmer wird und auch Energie abgibt. Ganz konkret: Wenn in der Wohnung 18 Grad waren, dann sind es 20 Minuten nach dem Abbrand bereits 20 Grad (gemessen bei einem Abstand von 3 Meter vom Ofen), innerhalb der ersten Stunde werden es aber nicht mehr als 23 Grad und das Thermometer fällt nach dieser Stunde auf maximal 21 Grad zurück und bleibt bei diesem Wert dann fast gleichmäßig für die nächsten 23 Stunden bis zum nächten Abend und Abbrand. Der Ofen gibt sicherlich nicht absolut linear die Wärme bei einem Abbrand pro Tag über den ganzen Tag verteilt ab. aber im zusammenspiel mit gedämmten Haus, vorhandene Hauswände und Möbel die vom Grundofen angestrahlt und erwärmt werden und somit auch als Pufferspreicher dienen ist die Wärmeverteilung in der Praxis vor Ort einfach so wie oben beschrieben. Das sage ich jetzt als tatsächlicher Grundofenbesitzer!!!!!!!!!!!! mit zwei Jahren Nutzungserfahrung. Und noch was: sehr Empfindlich ist dieses System nicht, will sagen: ob ich nun 5 kg Holz verbrenne oder 7 kg Holz bedeutet nicht im Wohnraum einmal 19 Grad und frieren und bei 7 kg 28 Grad und schwitzen. Bei 5 kg bedeutet es vielleicht 20 Grad, bei 7 kg 22 Grad bei 9 kg 23 Grad usw.
Was ich damit sagen will: es ist recht leicht die richtige Menge an Holz zu nehmen, weil Änderungen von 2 kg nicht so Große unterschiede ausmachen. Noch ein Vorteil bei der oben beschriebenen Situation: Wenn ich abends heim komme mache ich ein Feuer das eine Stunde brennt und 20 kw leistung abgegeben hat. Diese 20 kw leistung werden nun innerhalb 24 Stunden mit 0,8 kw pro Stunde an den Wohnraum abgegeben. Wenn ich also am Morgen aufstehe, sind in meinem Wohnraum immer noch 21 Grad vorhanden, wenn ich dann abens heim komme immmer noch 20 Grad und nicht 18 Grad wie ursprünglich am ersten Abend gestartet. Jetzt mache ich wieder ein Feuer mit 5 kg Holz und somit 0,8 kw/Stunde für die nächsten 24 Stunden.

Was passiert bei einem Kaminofen in der gleichen Situation: ich komme abends heim und benötige eigentlich 0,8 kw pro Stunde Heizleistung. Ein Kaminofen gibt die verbrannte Energie sofort innerhalb zwei Stunden in den Wohnraum als Konfektionswärme (heiße Luft) in den Wohnraum ab. Somit brauche ich ein Feuer mit 1,6 kw/h für zwei Stunden. Das ist eine Holzmenge von 0,4 kg, das sind 400 Gramm Holz. Mach mal ein Feuer mit 400 Gramm Holz????? Ein einigermaßen vernünftiges Feuer startet bei 2 kg bis 3 kg Holz. Also 2 kg Holz mal 4 kw ist 8 kw Heizenergie. Diese 8 kw werden in 2 Stunden in den Raum geblasen, das bedeutet, es weden 4kw/h Leistung in den Raum geblasen obwohl nur 0,8 kw/h notwendig wären um 21 Grad im Raum zu haben. Das ist das fünffache an Energie pro Stunde für zwei Stunden. Was bedeutet das: es wird richtig heiß und stickig im Raum (weiß ich auch aus Erfahrung bei vielen Bekannten wo ich oft bin), man lüftet dann recht schnell, die warme Luft verlässt den Raum, mehr als Luft wurde ja nicht erwärmt, deshalb beginnt das Feuer-mach-Spiel wieder von vorne! Und am nächsten morgen stehe ich auf und komme in eine kalte Wohnung und das erste was ich machen muss ist Asche aus dem Ofen holen, erneut ein Feuer machen, dann erst Kaffee machen, sonst friere ich ja beim Kaffetrinken. 'Wie gesagt, völlig anders beim Grundofen, es ist am morgen danach zwinkern immer noch warm, ich muss keine Asche leeren(bei einem Grundofen je nach verbrannter Menge an Holz nur alle zwei bis 6 Wochen notwendig) und kann mir als erstes einen Kaffee machen. Wenn ich jetzt aber Lust auf Feuer habe, dann mache ich halt obwohl wärmemäßig nicht notwendig trotzdem ein Feuer, anstatt den angepeilten 21 Grad werden es halt nun 22 Grad im Wohnraum und wenn ich nun abends heimkomme habe ich entweder 20 Grad oder 21 Grad im Zimmer, je nachdem ob ich morgens ein Feuer gemacht habe oder nicht!

Welche Ofenart ist Ihnen jetzt sympatischer? Entscheiden Sie selbst!

Argument 2: Ein Grundofen ist träge in der schnellen Wärmeabgabe im Vergleich zu einem Kaminofen.

Richtig, der Kandidat hat 100 Punkte lachen

Aber was bedeutet das konkret? angenommen ich komme heim und es hat 18 Grad im Zimmer, kein Problem für einen Grundofen, nach 20 Minuten ist soviel Wärme aus der Sichtscheibe gekommen, dass es bereits 20 Grad hat.

Ups, das war nun zu lang, es wird nichts mehr angenommen, daher weiter beim nächsten Beitrag!
23.02.15, 08:53:35

niroki

(Advanced Member)

geändert von: niroki - 23.02.15, 16:41:25

und weiter:
Aber nun tatsächlich. Ich komme heim und es hat nur 10 Grad im Zimmer. Richtig, jetzt heizt mein Grundofen maximal mit 5 kw/Stunde im Durchschnitt in den nächsten 24 Stunden den eiskalten Wohnraum auf und das wird wohl etwas dauern, denn die Wände des Grundofens sind ja auch nur 10 Grad warm. Ein Kaminofen fülle ich jetzt mit der maximalen Holzmenge, sagen wir mal 4 kg Holz, das sind dann 4 mal 4 gleich 16 KW Energie, die bläst er innerhalb zwei Stunden in den Wohnraum und es wird recht schnell warm und dann auch wieder zu warm zwinkern Das war nun ein Vorteil von einem Kaminofen, das sagen auch die Kaminofenhersteller, aber was sagen sie nicht: wann dritt diese Situation ein, dass ich heim komme und es hat nur 10 Grad oder weniger in der Wohnung? Richtig, eigentlich nie, deshalb ist dieser Vorteil des Kaminofens für mich in meiner Wohnung absoluter Quatsch!!!!!!!!! Wann könnte diese Situation bei mir eintreten? Ich gehe für 2 Wochen im Winter in Urlaub, meine Gaszentralheizung die während meiner Anwesenheit normalerweise immer aus ist (nur Warmwasser, Wärme wird völlig für das ganze Haus mit dem Grundofen gemacht) wird nun beim gehen auf 18 Grad gestellt und fällt nach einem Tag schon aus und ist kaputt. Nun habe ich halt Pech, ich bin jetzt 50 Jahre alt, kam bei mir so aber noch nie vor!

Argument 3: ein Grundofen heizt nicht um die Ecke, weil er nur Strahlungswärme hat.
Meine Antwort: Mein Grundofen steht in der Ecke im Esszimmer, das Esszimmer ist fast Quadratisch. Im Anschluß kommt quer das Wohnzimmer, der längste Teil des Wohnzimmers geht um die Ecke, so dass kein direkter Sichtkontakt zum Grundofen besteht. Ein Ofenbauer kam zu mir und erklärte, das wäre wirklich ein sehr schlechter Aufstellplatz, im Esszimmer würde es warm werden mit einem Grundofen, im Wohnzimmer um die Ecke, wird es nicht warm werden. Deshalb hat er mir einen Warmluftofen/Heizkamin empfohlen. Herr Kern habe ich diese Situation mit einem Plan mitgeteilt, und Herr Kern hat mir meinen Grundofen geplant und gebaut. Das Ergebnis: Mein Wohnzimmer wird auch um die Ecke richtig warm, somit heizt mein Grundofen um die Ecke, vielleicht hat ja Herr Kern bei mir eine "Wundertüte" eingebaut und nur mein Grundofen heizt um die Ecke zwinkern Oder die Heizkaminhersteller schreiben das als Argument für ihre Öfen und alle lesen das und wiederholen es ohne dass sie es geprüft haben. Welche Annahme ist jetzt wahrscheinlicher? habe ich eine Wundertüte als Grundofen oder heizt ein Grundofen um die Ecke, weil der Grundofen an die nächste Wand oder Möbelstück strahlt und wie beim Billiardspiel, die Kugel überall auf dem Spielfeld landen kann? Jedenfalls mein Grundofen heizt um die Ecke geschockt Spass am Rande: vielleicht sollte Herr Kern auf seiner homepage seine Grundöfen mit dem slogan anpreisen: Weltweit einziger Hersteller von Grundöfen, die um die Ecke strahlen und wärmen können! lachen Anmerkung für Herr Kern: Hallo Herr Kern, falls sie meinen gerade erfundenen slogan verwenden möchten, wenden sie sich bitte wegen der Gewinnbeteiligung vertrauensvoll an meinen Anwalt Herr Ironie cool


Daraus ergibt sich für mich automatisch der Einsatzbereich von einem Kaminofen:
In einem Wohnbereich, der nur sehr sporadisch und dann auch nur kurzfristig bewohnt wird. Zum Beispiel ein Wochenendhaus, ich komme Freitags abends an und es hat 5 Grad gehe sonntags wieder und außer einer Holzheizung ist nichts vorhanden. Oder in einem Bauwagen auf der Baustelle oder im Wald, man will recht schnell warm haben aber ist nicht lange dort. Und mal ehrlich, wenn ich durchgefroren in einen Bauwagen komme ist es mir recht wenn es recht schnell warm und sogar zu warm wird, denn dann taue ich erst richtig auf.

Oder ich will tatsächlich nur "Feuer schauen". Meine Wohnung wird grundsätzlich durch eine andere Heizart geheizt, und abends möchte ich mit meiner Frau noch 1 bis 2 Stunden Feuer schauen und die dabei produzierte Wärme und Heizleistung ist eigentlich nur ein positiver Nebenaspekt.

Diese Liste ist sicherlich nicht vollständig, es gibt sicherlich auch noch andere sinnvolle Einsätze von einem Kaminofen

Noch ein letztes:

Das Feuer das ich im Kaminofen machen kann, kann ich grundsätzlich auch im Grundofen machen. Will damit sagen: Wenn ich aus welchen Gründen auch immer nur 2 kg Holz verbrennen möchte dann geht das im Grundofen auch. Der Wirkungsgrad ist dann halt nicht besonders gut, und es raucht etwas kräfiger aus dem Schornstein, die Nachbarn bekommen etwas zum "riechen". Eben genauso, wie es beim Kaminofen sowieso immer ist lachen cool zunge raus zwinkern Der war gut!
Nein, ganz im ernst: Einige meiner Nachbarn haben einen Kaminofen, es ist für mich ungeheuerlich wie die Kaminöfen stinken und rauchen und das den ganzen Tag lang. Denn wie ist oft der Einsatz von einem Kaminofen, wenn die Besitzer zu Hause sind: ein kleines Feuer wird immer wieder mit einer kleinen Menge Holz gefüttert, damit es ständig warm in der Bude ist, denn wenn der Ofen ausgeht ist es ja recht schnell wieder kalt. Damit es aber nicht zu heiß in der Bude wird, wird mittels der Luftschieber das Feuer auf kleine Flamme gehalten (Sauerstoffmangel) damit das Holz nicht zu schnell verbrennt. Damit geht aber der Wirkungsgrad völlig nach unten und die lieben Nachbarn bekommen Stundenlang die geballte Ladung an Rauch (schlecht oder gar nicht verbrannte Gase vom Holz), je nach Windrichtung, voll ab. Bei meinem Grundofen mache ich ein "großes" Feuer und deshalb auch optimale Verbrennung mit wenig Rauch für eine Stunde, dann ist Feuer aus und der Luftschieber wird für die nächsten 12 bis 24 Stunden geschlossen, denn erst dann ist wieder ein Feuer notwendig.

Oder ich möchte mal etwas länger als eine Stunde "Feuer schauen". Das geht natürlich im Grundofen auch, ich mache ein kleines Feuer mit 4 bis 5 kg Holz, und immer wenn fast alles verbrannt ist lege ich ein oder zwei Scheite Holz auf und freue mich am Feuer. Sofern ich die maximale Holzmenge in meinem Fall 10 kg innerhalb 8 Stunden nicht überschreite, macht das dem Grundofen auch nichts aus. Wie oben bereits erwähnt, der Wirkungsgrad und die Rauchentwicklung am Kamin sind halt dann wie beim Kaminofen zwinkern An alle Kaminofenliebhaber, bitte das Gesagte nicht so Ernst und vor allem nicht persönlich nehmen! freuen

Und noch ein allerletztes: ich kenne einige Kaminofenbesitzer, die sind auf Nachfrage mit ihrem Kaminofen eigentlich recht zufrieden, immer wenn ich zu ihnen komme ist er aber aus. Geheizt wird mit der sowieso vorhandenen Öl- oder Gaszentralheizung. Auf Nachfrage nach dem Grund wird geantwortet: Ständiges Holzauflegen nervt oder kaum heizt man ist es wieder zu heiß oder man muss erst noch die Asche leeren, dazu hatte aber bis jetzt noch keiner Lust oder es ist tatsächlich Feuer an oder wird wegen meinem Besuch jetzt angefeuert, dann wird die Raumluft für mich recht schnell unangenehm (schlechte Luft, Kopf heiß und Füße kalt). Nach dem Besuch schaue ich meine Frau an und wir sind uns einig, dass wir uns Gott sei es gedankt für etwas anderes entschieden haben.

Und tatsächlich, ich kenne jemand persönlich, der hat seinen umbauten Kaminofen nach ein paar Jahren abreißen lassen und durch einen Grundofen ersetzten lassen. Der Kaminofen war aber nicht defekt, er war ordentlich geplant und auch aufgebaut worden und entsprach dem Stand der Technik. Doch mit diesem Stand der Technik von einem Kaminofen war der Bekannte nicht zufrieden und ist jetzt mit seinem Grundofen der auch nach "Stand der Technik" erbaut wurde voll glücklich. Schaden von etwa 7.000 €

Solche Beispiele findet man öfters im Netz, ich fand bis jetzt aber noch niemanden, der einen "ordentlichen" und seiner Wohnraumsituation angepassten Grundofen hatte und nicht zufrieden war und sich Diesen deshalb durch einen Kaminofen ersetzen lassen hat.

Gruß niroki
PS: jetzt ist es tatsächlich etwas länger geworden, aber ich hoffe, ich kann mit meinen Ausführungen damit beitragen, eine Entscheidungshilfe beim Ofenkauf zu sein. Gefrustete Ofenbesitzer gibt es leider schon zu genüge, wie man nachlesen kann auch in diesem Forum traurig




23.02.15, 11:11:10
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