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Johannes

(Junior Member)

Hallo zusammen,
ich bin neu hier im Forum und möchte mich im Voraus schon mal bedanken.
Wir haben einen verputzen Grundofen, raumluftunabhängig, quaderform, 3 wirksame Flächen, weil er im Eck steht, seit Anfang 2017; allerdings liegt mir keine Berechnung vor.
Ofenbauer sagte mir, dass er ca. 1000kg an Masse hat, dann waren es mal 1500kg. Einmal meinte er, ich kann max. 8 kg Holz verschüren, dann waren es 10kg. Zuglänge waren mal 2m dann waren es gute 3m.

Ich habe eine Eckscheibentüre drinnen (ca. 0,45qm) von Ofen-innovativ und eine wirksame Gesamtoberfläche von 3,5 qm. Außerdem kann ich die Abgastemperatur und die Druckdifferenz aufgrund eines Unterdruckwächters messen bzw. ablesen.
Beim Schornsteinfeger ist der Ofen mit 5 KW eingetragen. Mir hat der Ofenbauer 3,5 KW genannt.

Wenn ich alle 24h ca. 7-8kg Holz verheize, so beginne ich mit ca. 35°C und habe max. 52 °C Oberflächentemperatur (nach ca. 5-6 h von Beginn des Abbrandes).
Wenn ich alle 12 h ca. 7-8 kg Holz verbrenne, so starte ich mit ca. 45°C und gehe rauf auf 60°C (auch wieder nach 5h).

Abbranddauer: 60-75min
Druckdifferenz: teilweise bis 30-35 Pa.
Abgastemperatur: je nach Dicke der Holzscheite, teilweise bis auf 290°C. Allerdings ist dass das Maximum. Fühler liegt kurz, 1-2cm vor dem Kamineintritt.

Hat von euch jemand Erfahrungswerte, welche Leistung bei z. B. 40°C, 50°C, 60°C, 70°C Oberflächentemperatur usw. pro qm ein Grundofen hat?

Im Forum lese ich von Abgastemperaturen von 170-200°C. Sind das Max. oder Druchschnittstemperaturen?

Ich möchte mich jetzt vorab noch mehr informieren bevor ich nochmals einen Termin mit den Ofenbauer vereinbare. Ich denke, dass meine Zuglänge zu kurz ist weil die Abgastemperatur ja sehr hoch ist. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass man bei 3,5 qm eine Leistung von 3,5 kW haben kann.

Mir ist schon klar dass ich bei 3,5 kW auch die entsprechende Holzmenge brauche. 4 kW/h pro kg Holz. D.h. ca. 9,5 kg alle 8h bei 80% Wirkungsgrad.

Was denkt ihr?
27.02.18, 22:14:20

Johannes

(Junior Member)

Was vielleicht noch interessant ist:

Nach 12 Stunden habe ich immer noch eine Abgastemperatur von 80-90°C
27.02.18, 23:18:00

pyromanenoli

(Senior Member)

Hallo,

Zitat:
Ofenbauer sagte mir, dass er ca. 1000kg an Masse hat, dann waren es mal 1500kg. Einmal meinte er, ich kann max. 8 kg Holz verschüren, dann waren es 10kg.


Also zumindest scheint die Masse einigermaßen zur Feuerungsgröße zu passen. Faustregel: pro 10 kg Abbrand ca. 1000 kg Speichermasse.

Zitat:
Zuglänge waren mal 2m dann waren es gute 3m.


Das scheint in der Tat wenig, so viel hat auch mein Kombiofen.

Zitat:
Beim Schornsteinfeger ist der Ofen mit 5 KW eingetragen. Mir hat der Ofenbauer 3,5 KW genannt.


Die Leistung hängt von der aufgelegten Menge Holz / Zeit ab ab. Wenn der Ofen funktioniert und richtig ausgelegt ist! Als mittelschwerer Ofen (3 Abbrände) und 10 kg wären das 30 kg / 24h, 120 kWh/24h, 5 kW, dann noch mit dem Wirkungsgrad verrechnet, also etwas um die 4 kW.

Zitat:
Abbranddauer: 60-75min


Ist o.k.

Zitat:
Druckdifferenz: teilweise bis 30-35 Pa.


Scheint hoch bis sehr hoch. Aber entscheidend ist der Durchschnitt. Das muss man rechnen.

Zitat:
Abgastemperatur: je nach Dicke der Holzscheite, teilweise bis auf 290°C.


Im Forum hat mal jemand den Wirkungsgrad in Abhänigkeit von der Temperatur am Verbindungsstück als Funktion angegeben. Dieser läge hier bei ca. 73%.

Zitat:
Hat von euch jemand Erfahrungswerte, welche Leistung bei z. B. 40°C, 50°C, 60°C, 70°C Oberflächentemperatur usw. pro qm ein Grundofen hat?


Lesen Sie dazu:
http://www.kachelofen-profis.de/kachelofen-forum/topic.php?id=2255&

Zitat:
Ich denke, dass meine Zuglänge zu kurz ist weil die Abgastemperatur ja sehr hoch ist.


Auch hier gibt es eine Faustformel: ca. 80K Temperaturabfall pro Meter Zug.

Zitat:
Nach 12 Stunden habe ich immer noch eine Abgastemperatur von 80-90°C


Dazu wird bestimmt ein anderes Forumsmitglied etwas schreiben.

Nur noch eine kleine Frage: Wird die Bude warm?

Gruß
Oli
28.02.18, 08:33:10

Robert

(Senior Member)

Hallo Johannes
Zitat von Johannes:

Wir haben einen verputzen Grundofen, raumluftunabhängig, quaderform, 3 wirksame Flächen, weil er im Eck steht, seit Anfang 2017;

Grundsätzlich ist es einem GO wohler in der Mitte des zu beheizenden Raumes. Die Verluste sind dann einiges geringer und die nutzbare Abstrahlfläche grösser. Aber manchmal muss man halt mit Kompromissen leben.

Zitat von Johannes:

allerdings liegt mir keine Berechnung vor.
Ofenbauer sagte mir, dass er ca. 1000kg an Masse hat, dann waren es mal 1500kg. Einmal meinte er, ich kann max. 8 kg Holz verschüren, dann waren es 10kg. Zuglänge waren mal 2m dann waren es gute 3m.

Wenn Sie nun keine grösseren Probleme haben als geschildert, gratuliere ich Ihnen. Sie haben insofern Glück gehabt, als der Ofenbauer im Nachhinein nicht weiss, was er gebaut hat. Und es funktioniert offenbar trotzdem.

Zitat von Johannes:

Wenn ich alle 24h ca. 7-8kg Holz verheize, so beginne ich mit ca. 35°C und habe max. 52 °C Oberflächentemperatur (nach ca. 5-6 h von Beginn des Abbrandes).
Wenn ich alle 12 h ca. 7-8 kg Holz verbrenne, so starte ich mit ca. 45°C und gehe rauf auf 60°C (auch wieder nach 5h).

Das Messen der Temperaturen ist immer gut. Aber Achtung: Es gibt nicht eine Oberflächentemperatur! In einem Beitrag habe ich meine Situation mal im Forum präsentiert. Das ist aber eine Weile her und ich kann den Beitrag nicht ohne weiteres finden aus meinen zahlreichen postings.
Ich habe festgestellt, dass in einer Momentaufnahme die Temperatur der Oberfläche ziemlich streut und über die Zeit dann noch mehr. Heute ist mir die Oberflächentemperatur ziemlich egal: was mich interessiert ist, dass der Raum wohlig warm ist. Aber ganz im Hintergrund mache ich mir schon Gedanken, wie ich diese Temperaturstreuung mindern kann.

Zitat von Johannes:

Abbranddauer: 60-75min

Ist ok!

Zitat von Johannes:

Druckdifferenz: teilweise bis 30-35 Pa.
Abgastemperatur: je nach Dicke der Holzscheite, teilweise bis auf 290°C. Allerdings ist dass das Maximum. Fühler liegt kurz, 1-2cm vor dem Kamineintritt.

Wo gemessen? Vielleicht braucht es dieses Gefälle um den Widerstand im Schornstein, in den Zügen und der Luftzufuhr zu überwinden.
Vielleicht wird dadurch aber auch zu viel Luft durch den Ofen gefördert, die am Verbrennungsprozess nicht teilnimmt sondern nur die Abgase kühlt. In Anbetracht der genannten hohen Abgastemperatur muss das aber nicht sein.

Zitat von Johannes:

Hat von euch jemand Erfahrungswerte, welche Leistung bei z. B. 40°C, 50°C, 60°C, 70°C Oberflächentemperatur usw. pro qm ein Grundofen hat?

Mein Ofen bewegt sich auch in diesem Bereich. Und immer die Frage Wo? Wann? und Mittelwert?

Zitat von Johannes:

Im Forum lese ich von Abgastemperaturen von 170-200°C. Sind das Max. oder Druchschnittstemperaturen?

Abgastemperatur: Auch da gibt es nicht eine Abgastemperatur! Man muss schon über den ganzen Abbrandprozess messen und dann einen Mittelwert bilden.


Ich steuere meinen Ofen ausschliesslich über die Resttemperatur im vbs. Die bestimmt, wie viel Holz ich in welchem Rhythmus abbrenne. Natürlich immer unter Beachtung des Wohlbefindens und der Wetterentwicklung. Einen Grundofen zu betreiben ist eben nicht ganz so einfach. Und jeder Ofen verhält sich wahrscheinlich auch anders.
Mehr ein anderes Mal.
Gruss Robert
28.02.18, 13:04:08

Johannes

(Junior Member)

Hallo Oli, hallo Robert

vielen Dank für eure Antworten.

Ich kenne den Link. Es steht allerdings nichts drinnen, bei welcher Oberflächentemperatur welche Leistung rauskommt. Das würde mich sehr interessieren. Mein gemauerter GO hat nach ca. 5h die max. Oberflächentemperatur erreicht. z. B. 61°C. Welche Leistung, natürlich Momentaufnahme habe ich bei 61° und 3,5 qm Oberfläche. Angenommen 61°C ist die Druchschnittstemperatur der Oberfläche (manche Stellen sind kälter, manche wärmer)

http://www.kachelofen-profis.de/kachelofen-forum/topic.php?id=2255&



Auch hier gibt es eine Faustformel: ca. 80K Temperaturabfall pro Meter Zug.


Verstehe ich nicht. Bei 5m Zuglänge hätte man dann 400°C oder Kelvin Temperaturabfall! Auf welche Zeit gerechnet?


GO steht in einem Raum mit ca. 35qm. Bude wir schon warm, weil wir eine Fußbodenheizung haben.

Wie macht ihr das mit dem Zitat. Funktioniert bei mir nicht, oder ich kann es nicht!
28.02.18, 13:27:54

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 28.02.18, 15:36:41

Hallo Johannes
Sie möchten die Leistung Ihres Ofens über die Oberflächentemperatur bestimmen. Das wird Ihnen nie gelingen: Die Temperaturspreizung ist gross, und über die Zeit nicht konstant. Die Wärme wird durch Strahlung und Konvektion von der Oberfläche abgegeben. Zudem verhält sich jeder Ofen wegen seiner Geometrie und Aufbau anders.
Bei der Leistungsbeurteilung eines GO verfährt man daher anders: Man weiss, dass der Abbrand eines kg Holz ca. 4kWh ergibt. Diese Energie (Arbeit) geht an den Raum und durch den Schornstein an die Umgebung. Es wird nun versucht, den Ofen so zu planen und bauen, dass die Verluste irgendwo zwischen 10 und 20 % liegen. Der Rest, also 80 bis 90 % gehen über die Oberfläche an den Aufstellraum. Die benötigte Leistung ist die Grundlage für den Ofen und gegeben durch den Aufstellort: 4 kW benötigen den Abbrand von 4 x 24 / 0.8 = 120 / 4 = 30 kg Holz in 24 h. Das kann durch den Abbrand 2 x 15 kg, 3 x 10 kg oder 4 x 7.5 kg geschehen. Der Feuerraum bestimmt, was möglich ist. Der Zug muss dann so dimensioniert sein, dass er die Energie aufnehmen kann. Die Temperatur am vbs zeigt dann, ob dies der Fall ist.
Durch die Ofenberechnung (nach der EN 15544 undEN13384-1) und einen entsprechenden Aufbau desselben hat man so die Gewähr, dass obige Werte erreicht werden. Die Normen sind das Resultat von Forschungsergebnissen und breit abgestützten praktische Erkenntnissen. Wenn nun halt ein Ofenbauer hingeht, einen Ofen aufstellt ohne Berechnung kann das gut, mittel gut oder schlecht ausgehen. Im besten Falle macht dann eine Fussbodenheizung das, was der Ofen eigentlich sollte .... und der Besitzer ist zufrieden.
Wenn ich aus Ihrer Anlage das Maximum herausholen sollte, würde ich versuchen, die Leistung für diese Anlage zu ermitteln. Das ergibt die maxi. Holzauflage eines Abbrandes. Davon ausgehend und mit der Temperaturmessung am vbs könnte ich dann die Abbrandintervalle bestimmen. Wie? Wenn die Temperatur z.B. am vbs grösser ist als 60 Grad ist es sinnlos eine maxi. Holzauflage abzufackeln: die Wärme würde zu einem grossen Teil im Schornstein abgegeben. Wenn ich trotzdem einen Abbrand fahren möchte um die Temperatur der Ofenoberfläche hoch zu halten, würde ich eine Teilmenge abbrenne.
Vielleicht kann Ihnen der Ofenbauer helfen, beim Nachvollzug der Rechnung oder mindestens die Informationen liefern über den Ofenaufbau.
Gruss Robert
28.02.18, 15:17:18

pyromanenoli

(Senior Member)

Hallo,

Zitat:
Auch hier gibt es eine Faustformel: ca. 80K Temperaturabfall pro Meter Zug.


Verstehe ich nicht. Bei 5m Zuglänge hätte man dann 400°C oder Kelvin Temperaturabfall! Auf welche Zeit gerechnet?



Das ist der Temperaturabfall des Heizgases beim Durchströmen der keramischen Züge. Wenn also das Heizgas mit z.B. 600°C aus dem Brennraum kommt, und der Ofen bis zum Schornsteineintritt einen z.B. 4 m langen Zug hat, dann wäre dort die Temperatur ca. 280°C. Wäre der Zug 6 m lang, dann wären es noch 120°C. Gilt natürlich nur näherungsweise, was Faustformeln ja so an sich haben. Jetzt verstanden?

Zitat:
GO steht in einem Raum mit ca. 35qm. Bude wir schon warm, weil wir eine Fußbodenheizung haben.


Und wenn die FBH aus ist? Wie warm wird die Bude bei welcher Außentemperatur mit wie viel Holz?

Was ist das für ein GO, bzw. ist der Brennraum ein Fertigteil, bei dem der Ofenbauer nur noch die Züge dran gemacht hat, oder ist der Brennraum selbst erstellt?

Gruß
Oli
28.02.18, 20:20:38

Johannes

(Junior Member)

Ich habe es schon verstanden, das man nicht von der Oberfläche, die Leistung einen GO ableiten kann. Wie Hr. Kern in seinem Beitrag schon geschrieben hat, würde man einen GO von der Wand wegrücken, so hätte man zwar mehr Oberfläche. Allerdings mit weniger Oberflächentemperatur. Irgendwo muss die Leistung ja herkommen...trotzdem würde mich brennend interessieren, welche Leistung (Momentaufnahme) bei entsprechender Termperatur auftritt. Ich habe im Forum diesbezüglich nichts gefunden.

Unser GO wurde von 2 Mann in 1 Woche (40h) gefertigt. Der Brennraum ist kein Fertigteil, sondern auch von Hand gefertigt.

Ich kann euch nicht sagen, ob ohne Fußbodenheizung die Wohnung warm wird, weil wir den GO nur im Wohn- u. Essbereich haben und in den anderen Räumen
eh die FB brauchen. In jedem Raum ist ein Thermostat, welche die einzelnen Kreise hydraulisch abgleicht und je nach dem gehen die Ventile auf oder zu.

@ Robert...du schreibst: "Wenn die Temperatur z.B. am vbs grösser ist als 60 Grad ist es sinnlos eine maxi. Holzauflage abzufackeln"

vbs bedeutet Verbindugsstück zum Kamin, oder?
In meinem Fall ist der Fühler ja kurz von Eintritt des Kamins. Ist also gleichzusetzen mit vbs, oder?
28.02.18, 21:28:26

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 28.02.18, 22:10:32

.........
28.02.18, 22:01:50

Robert

(Senior Member)

Zitat von Robert:
Hallo Johannes
[quote="Johannes"]
trotzdem würde mich brennend interessieren, welche Leistung (Momentaufnahme) bei entsprechender Termperatur auftritt. Ich habe im Forum diesbezüglich nichts gefunden.

Sie werden garantiert weder hier noch anderswo etwas finden: das ist zu komplex. Ich habe versucht zu erklären wieso.
Was wir wissen: die Energie welche nicht durch den Schornstein (der hauptsächliche Motor des Abbrandprozesses) raus und "verloren" geht kommt an der Oberfläche des Ofens raus in Form von Strahlung und Konvektion.
Die Energie kommt dabei schneller raus bei gut leitenden u und dünnen Wänden (hohe Leistung während kurzer Zeit, geringe Speicherung) als bei schlecht leitenden und dicken Wänden (kleine Leistung während langer Zeit, grosse Speicherung). Das Produkt Leistung x Zeit der Wärmeabgabe = Energie ist bei beiden Beispielen identisch!
Natürlich ist da der Teil, welcher durch die (hoffentlich gedämmten) Anbauwände rausgeht ebenfalls verloren.
Die Energie, welche durch den Schornstein rausgeht ist eine Funktion der Abgastemperatur und natürlich der Gasmenge. Die Abgastemperatur kann gemessen werden. Die Gasmenge zu ermitteln ist schon aufwändiger und wird höchstens im Labor praktiziert. In der Praxis wird die bekannte Formel die Berechnung des Wirkungsgrades verwendet.

Zitat von Johannes:

vbs bedeutet Verbindugsstück zum Kamin, oder?
In meinem Fall ist der Fühler ja kurz von Eintritt des Kamins. Ist also gleichzusetzen mit vbs, oder?

Ja
Gruss Robert
28.02.18, 22:09:46

Theo Kern

(Administrator)

Das kann man schon, wenn auch nur näherungsweise, berechnen.
Dafür haben wir den Boltzmann.

Wenn Sie alle 12h 7kg Holz verbrennen dann muss der Ofen (nach der geltenden BIMSchV Stufe 2 = min. 80% Wirkungsgrad) eine Leistung von ca. 1,9kW abgeben.

Um diese Leistung abzugeben muss die wirksame Strahlungsfläche (3,5m² verputzt) eine Oberflächentemperatur von ca. 40°C haben (im Schnitt über die gesamten 12h).
Dann werden ca. 80% der Leistung der Leistung als Strahlungsleistung abgegeben, der Rest ist Oberflächenkonvektion.

Wenn der Ofen bei 3,5m² aktiver Heizfläche insgesamt 3,5kW abgeben soll dann muss die durchschnittliche Oberflächentemperatur im Bereich von ca. 80°C liegen.

Nicht berücksichtigt habe ich dabei die über die Scheibe während des Abbrandes abgegebene erhöhte Strahlung.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
01.03.18, 14:57:06

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 01.03.18, 17:53:30

Ich habe vor ca. einem Monat meinen Ofen an der Oberfläche vermessen. Momentaufnahme. Resultat angehängt.
Mir scheint es etwas abenteuerlich mit dem Boltzmann (in Ehren) auf eine Leistung zu schliessen resp. zu erwarten, dass das Rechenergebnis den Tatsachen entspricht. Rechnen lässt sich ja alles.
Dateianhang:

 Oberflächentemperatur.pdf (129.35 KByte | 4525 mal heruntergeladen | 571.59 MByte Traffic)

01.03.18, 17:47:06

Theo Kern

(Administrator)

Das mit dem Boltzmann geht schon, aber das Soll zu rechnen ist dabei das einfachste.
Das Ist zu ermitteln wäre extrem kompliziert und ist, außer im Labor mit entsprechendem Gerät, auch kaum machbar.

Und noch eine Einschränkung:
Es ist, bei geputzten Flächen, nur möglich wenn diese perfekt glatt sind.
Ist die Putzfläche gemuschelt, was praktisch meist so ist, dann ist die gemessene Temperatur niedriger aber dafür die tatsächliche Fläche größer.

Das ist auch der Grund warum eine geputzte Fläche am Ofen sich immer kälter anfühlt als eine gekachelte Fläche wobei der Strahlungskoeffizient nur unwesentlich niedriger ist.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
01.03.18, 18:11:29

pyromanenoli

(Senior Member)

Hallo,

Zitat:
Das ist auch der Grund warum eine geputzte Fläche am Ofen sich immer kälter anfühlt als eine gekachelte Fläche


Hat dies nicht in erster Linie mit der Unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeit der Materialien zu tun?

Gruß
Oli
01.03.18, 21:43:32

Theo Kern

(Administrator)

Zitat von pyromanenoli:
Hallo,

Hat dies nicht in erster Linie mit der Unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeit der Materialien zu tun?

Gruß
Oli


Nein, die Leitfähigkeit ist im Prinzip die gleiche, beide Wände bestehen aus Keramik.

Es liegt an der größere Oberfläche des Putzes und dem dadurch geringeren Hautkontakt beim Anfassen.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
02.03.18, 04:56:21

pyromanenoli

(Senior Member)

Hallo Herr Kern,

Keramik ist aber nicht gleich Keramik, siehe:

http://www.keramverband.de/brevier_dt/5/4/5_4.htm

Allerdings weiß ich nicht, welche chemische Zusammensetzung die einzelnen Keramiken (Putz vs. Kacheln) haben.

Gruß
Oli
02.03.18, 16:05:02

Johannes

(Junior Member)

Vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare. Echt Klasse dieses Forum und die Homepage.

Jetzt habe ich noch was gefunden bzgl. Oberfläche und Leistungsabgabe. Hier der Link. Bei 50°C hat man ungefähr 580 W/m².

http://kern-keramik.de/kachelofen-forum/topic.php?id=173
02.03.18, 21:25:22

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 03.03.18, 08:56:42

Hallo Johannes
Wenn ich den Boltzmann im Studium vor 55 Jahren richtig verstanden habe, ist das die Strahlungsleistung bei 323 Grad K = 50 Grad C. Bis 293 Grad K ist mir kalt. Nur die Strahlungsleistung von 293 bis 323 interessiert eigentlich. Und das sind dann nur etwa 200 W/m2. Auf meinen Ofen umgelegt sind das dann etwa 2kW. Er hat aber eine Netto - Leistung von 8kW. Was zum Schornstein rausgeht glaube ich durch Rechnungen und Messungen zu wissen: 20%. Irgendwie gehen also 6kW auf anderem Weg in den Raum: Konvektion?
Wo liegt bei mir der Denkfehler? Hauptsache: Auch bei einem möglichen Denkfehler wärmt der Ofen!
Gruss Robert
03.03.18, 08:36:59

Theo Kern

(Administrator)

Hallo Robert

Bei 10m² Keramik und einer Heizflächentemperatur von 50°C ist die Strahlungsleistung knapp 6kW (im stationären Betrieb, Wandtemperaturen ca. 16°C).
Der Rest ist Oberflächenkonvektion.

Passt also.

@allgemein

Jedes Material strahlt Wärme ab bei Temperaturen über 0K.
Kältestrahlung gibt es nicht.

Aber Vorsicht!
Wenn man die Strahlung berechnet muss man die Umgebung beachten.
Je niedriger die Temperatur dieser ist desto höher ist die effektive Strahlung und umgekehrt.
In einem Raum mit einer Temperatur (Wände, Decke, Boden, Rauminhalt) von 50°C strahlt der oa. Ofen effektiv überhaupt nicht mehr.

Wenn z.B. die Umfassungstemperatur bei 20°C liegt (gute Wärmedämmung der Außenwand) ist die Strahlungsleistung von oa. Ofen niedriger als wenn die Umfassungstemperatur nur 10°C hat.
Der Ofen kühlt dann langsamer aus.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
03.03.18, 09:51:05

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 03.03.18, 13:14:23

Hallo Herr Kern
Ich verstehe den Boltzmann so:
P=Sigma * A * T^4
P= Leistung
Sigma =Boltzmannkonstante W/(m^2 * T^4)
A = Oberfläche in m^2
T = Temperatur in Grad Kelvin (also absolut)
Die Boltzmannkonstante:
Sigma= 5.670367 * 10^-8
Ein m^2 eines Gegenstandes bei 10 Grad C (283 Grad K) strahlt demnach:
P=5.6700367*10^-8*1*283= 363Watt
Das ist die Energie, die der Gegenstand strahlen würde, wenn er in einer Umgebung mit 0 Grad K stehen würde.
Natürlich strahlt er in einer Umgebung von 10 Grad C nichts.

Der gleich m^2 des Gegenstandes strahlt bei 50 Grad C (323 Grad K)
P=617 Watt wenn der Gegenstand in einer Umgebung mit 0 Grad K stehen würde.

Die Differenz beträgt also lediglich 254 Watt. Und das ist doch nun die Strahlungsleistung des Gegenstandes mit der Temperatur 50 Grad C in einer Umgebung mit 10 Grad C. Sie wird Null, wenn die Umgebung auch 50 Grad C hat.
Wenn mein Ofen nun eine Oberfläche von 10m^2 hat, ergibt dies 2.54 kW. Um die zu erhalten muss ich den Ofen z.B. mit 8 kW betreiben. Und da haben wir wiederum die 6kW (genau 5.46 kW) welche, wie ich meine einen andern Weg in die Umgebung finden. Gibt es da einen Denkfehler? Welchen?
Gruss Robert


03.03.18, 13:00:13
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