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Quaderheizer

(Member)

Schönen Tag an alle Grundofen-Freunde, möchte nach einiger Zeit als Leser nun zum Frager in Sachen GO werden,um letztlich einmal und richtig den passenden Ofen bauen zu können.Vielleicht kann jemand fundiert antworten: Was ist bei Planung eines Tunnel-GO mit 2 Türen (z.B. N36) zu beachten? konkret: 1. wird dem Feuer "zu kalt"? 2.ist dabei die Belüftung über beide Türen symmetrisch, somit quasi Umweltplus-Brennraum gleich? 3.reduziert sich Länge der Züge? Danke für's Mitdenken. D.Paul

11.07.18, 16:13:00

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 11.07.18, 17:12:19

Hallo Quaderheizer
Ich habe keinen Tunnel-GO aber einen Umweltplus-ähnlichen Feuerraum: ursprüngliche Luftzufuhr über die Türe, dann Umbau: hauptsächliche Luftzufuhr über ein Modul an der Rückwand. Die Luftzufuhr über die Türe habe ich nun so gehemmt, dass die Scheibe gerade nicht verschmutzt. Wenn da nämlich zu viel Luft einströmen kann, verschwindet die ohne am Verbrennungsprozess teilzunehmen im Überbrand und kühlt die Gase. Gemessen!
Ich kann mir nun gut vorstellen, dass bei einem Tunnel-GO die Luftzufuhr über Module in der Mitte der beiden Seitenwänden erfolgen sollte. Achtung Feuerraumbreite!! Die Luftzufuhr über die Türen würde ich dann so drosseln, dass die Scheiben eben gerade nicht verschmutzen. So scheint mir sichergestellt, dass möglichst viel Verbrennungsluft auch tatsächlich am Verbrennungsprozess teilnimmt. Ich meine, dass das Feuer / das Verbrennungsgas so nicht merklich kälter werden wird. Die Zuglänge kann dann ganz normal berechnet werden.
Gruss Robert
11.07.18, 17:07:17

Quaderheizer

(Member)

Danke für die prompte Einschätzung dazu.Sofern es keine funktionalen Nachteile durch 2 Türen gibt,werden wir diese Bauform favorisieren.Der Ofen wird auch als Raumteiler dienen. Die Annahme für kürzeren Zug kam daher,dass der Ofen mit 2x Glas bereits mehr Abstrahlleistung bei Abbrand hat, ergo weniger einzuspeichernde Leistung? Unser max. Heizbedarf für Altbau,40qm ist 3,5 bis 4kW/somit ca 12-13kg Holz je 12h (Delta 36K innen zu draußen).Bei N36 Türen: kann man die Feuerraumbreite bereits ermitteln? Gruß aus Sachsen, Daniel.

11.07.18, 19:46:24

Theo Kern

(Administrator)

Der Feuerraum zur N36U ist immer 36cm breit.
Die Tiefe ist 36cm, 45cm, 54cm und 63cm je nach Holzmenge/Abbrand.
Für die 12kg Holz/Abbrand reichen 36cm Tiefe aus.
Natürlich alles Innenmaße.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
12.07.18, 06:15:29

Robert

(Senior Member)

Hallo Daniel
Noch ein Punkt der zu diskutieren wäre bei einem Tunnel-GO:
m.E. ist hier eine stehende Einschichtung des Holzes nur erschwert möglich. Ich selber habe mit stehender Einschichtung (50cm Scheiter) in unserem GO die besten Erfahrungen beim Verhalten des Abbrandes gemacht. Ich bin einverstanden: das ist Ansichts- und Glaubenssache.
Gruss Robert
12.07.18, 09:13:56

Theo Kern

(Administrator)

Tatsächlich haben wir bei ca. 2/3 unseren Messungen mit stehendem Abbrand die besseren Ergebnisse.
Aber bei 1/3 ist der liegende Abbrand besser.
Die Unterschiede sind aber minimal und daher vernachlässigbar.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
12.07.18, 10:20:21

Quaderheizer

(Member)

Die Einschränkung auf "Liegend" ist also anzunehmen,zumal bei halber Holzmenge.@Robert:Machen Sie auch bei min.Holzauflage den Abbrand stehend? Für einen 36x36 Brennraum sind 12kg Holz je Abbrand ja schon max.,für größere Feuerungsleistung wird evt. das Ofenvolumen/verbaubare Länge an Zug ohnehin nicht reichen. Das wird aber Gegenstand einer richtigen Planung/Berechnung sein.@Herr Kern:ich würde Ihnen gerne nächste Woche dazu Fotos vom Aufstellort zukommen lassen und Sie bitten, die Machbarkeit zu beurteilen.Einstweilen noch die Frage ins Forum: wenn man die max.Heizlast recht gut kennt, ist es gut,den Feuerraum genau auf dieses Maximum zu planen,oder lässt man sich eine Reserve,z.B. für bequemeres Einschlichten...? Bis bald. Daniel.

12.07.18, 17:46:00

Theo Kern

(Administrator)

Bitte Unterlagen per Mail schicken, Fotos nicht verkleinern, Pläne soweit möglich als maßstabsgerechte pdf Dateien (dxf geht natürlich auch).

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
12.07.18, 18:21:53

Robert

(Senior Member)

Hallo Daniel
Zitat von Quaderheizer:

@Robert:Machen Sie auch bei min.Holzauflage den Abbrand stehend? Für einen 36x36 Brennraum sind 12kg Holz je Abbrand ja schon max.,für größere Feuerungsleistung wird evt. das Ofenvolumen/verbaubare Länge an Zug ohnehin nicht reichen. Das wird aber Gegenstand einer richtigen Planung/Berechnung sein

Die Nennholzmenge ist 20 kg. Auch bei der Hälfte schichten wir stehend ein. Bei Nennholzmenge 12kg sind 50cm - Scheiter wohl zu lang. Wenn Sie liegend übers Kreuz einschichten wollen, dürfte bei einer Feuerraumbreite von 36cm eine Scheitläge von 25cm etwa stimmen. Bei stehender Einschichtung wären 33cm wohl ideal. Die Feuerraumtiefe ist bei mir mit ca.60cm nicht unbedingt praktisch: meine Arme sind zu kurz.
Gruss Robert
12.07.18, 19:17:01

Quaderheizer

(Member)

Hallo Robert,bei 36x36 cm Feuerraum bin ich davon ausgegangen,dass die max 12kg in Form von 33er Scheite zwar knapp aber dennoch über kreuz gut liegend eingelegt werden können.Oder braucht es ringsrum einen Spalt für die Verbrennungsluft? Vielleicht bitte auch nochmals eine Einschätzung zu der Annahme,dass ein "gerade so passend" bemessener Feuerraum besser ist als ein (zu) grosszügig Bemessener,Grund: höhere Brennraumtemperatur wenn's eng ist?Dank & Gruß Daniel
PS:der Ofen der Beispiel-Berechnung (Download Bereich) mit ca 11kg Holzauflage müsste demnach eine ähnliche Feuerraumgrundfläche haben, gemäß m_b x Faktor 100, die Werte dieses Beispiels sehen richtig gut aus,sofern räumlich machbar wäre genau das das Auslegungsziel.

13.07.18, 18:42:12

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 13.07.18, 22:25:57

Hallo Daniel
Zitat von Quaderheizer:

.... dass die max 12kg in Form von 33er Scheite zwar knapp aber dennoch über kreuz gut liegend eingelegt werden können.
Oder braucht es ringsrum einen Spalt für die Verbrennungsluft?

33er Scheiter in einem 36cm - Feuerraum geht theoretisch schon .... Bedenken Sie aber, dass die Scheiter nicht so genau geschnitten werden und dann auch noch eine Diagonale haben die länger ist. Ab und zu etwas ärgern werden Sie sich bestimmt. Die Palegosteine sind genutet. Die Luft kann durch die Nuten einströmen.

Zitat von Quaderheizer:

Vielleicht bitte auch nochmals eine Einschätzung zu der Annahme,dass ein "gerade so passend" bemessener Feuerraum besser ist als ein (zu) grosszügig Bemessener,Grund: höhere Brennraumtemperatur wenn's eng ist?

Also eine Reserve im Feuerraum müssen Sie bestimmt nicht vorsehen: es gibt eine Norm EN 15... Diese Norm gibt für die 11kg eine Streubreite für die Feuerraumgrösse. Darin sollten Sie sich bewegen. Zudem haben Sie Kontakt mit Herr Kern: der wird die Grösse sicher richtig auslegen.
13.07.18, 20:41:21

Quaderheizer

(Member)

Hallo Robert, was den Spielraum bei Feuerraumauslegung angeht wäre es prima, sich die betreffende EN Norm mal zu Gemüte zu führen. Es ist die EN15554 gemeint, oder? Habe im Forum viel darüber gelesen. Gibt es diese Norm/Auszüge daraus frei verfügbar? Auch wenn die richtige Planung für mich dann doch lieber in die Hände eines Fachmannes gehört, würde ich gerne darin lesen. Als Ingenieur bemühe ich tagsüber den Wirkungsgrad von Auto-Antrieben zu verbessern, da wäre es schön, den Auslegungsweg auch beim eigenen Ofen nachvollzuiehen und bestenfalls mitgestalten zu können.
Gruß
Daniel


Gestern, 21:12:09

Robert

(Senior Member)

Hallo Daniel
Ja, die ist es! Sie ist frei verfügbar, wenn man sie kauft.
Achtung: Es gelten EN 15544 für den Kachel- und Putzgrundofen und die EN 13384-1 für den Schornstein. Für eine korrekte Auslegung des Ofens braucht es beide.
Die Normen lesen sich nicht wie ein Roman: Beides sind Ansammlungen von Formeln. Ich habe beide erworben und auf einem Excelsheet abgebildet bevor ich meinen GO gebaut habe. Ich meine, dass eine blosse Lektüre nichts bringt. Als Ingenieur haben Sie wohl die Voraussetzungen zum Verstehen und Nachvollzug: Umgang mit PC, Mathematik, Physik, Strömungslehre, Wärmedurchgang / Wärmeübergang.
Viel Spass!
Gruss Robert
Gestern, 21:25:29
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